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Für Mütter und Väter
Mädchen und Jungen begegnen der Welt mit einer unerschöpflichen Neugier, sie wollen sie kennen lernen und eigene Räume entdecken. Sie sind fasziniert von Begegnungen, insbesondere wenn diese außerhalb der elterlichen Kontrolle stattfinden. Chaträume bieten genau diese Möglichkeiten. Sie eröffnen Kindern und Jugendlichen eine andere Welt, in der sie nicht nur interessante Leute kennenlernen, sondern auch sich selbst ihren eigenen Vorstellungen entsprechend präsentieren und ausprobieren können. Es macht ihnen Spaß, im Chat andere Rollen zu spielen und ihr Geschlecht, Alter, äußeres Erscheinungsbild, Hobbys, Vorlieben, persönliche Eigenschaften, Wohnort etc. frei zu erfinden.
Gefahren beim Chatten
Die Medien informieren zunehmend darüber, dass viele Pädokriminelle Chaträume als eine Möglichkeit entdeckt haben, um mit potenziellen Opfern in Kontakt zu kommen und diese für die Befriedigung ihrer sexuellen Gewaltfantasien zu missbrauchen. Vielleicht haben auch Sie in der letzten Zeit etwas über die Gefahren im Chat gehört und sind in Sorge um ihre Tochter oder ihren Sohn.
Verbote helfen nicht
Trotz dieser Gefahren im Chat sollten Mütter und Väter auf keinen Fall Chats verteufeln und ihren Töchtern und Söhnen vor den Gefahren Angst machen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Sie schwächt die Widerstandskraft, denn Angst lähmt. Ebensowenig sind Verbote sinnvoll. Verbote führen nur dazu, dass Kinder und Jugendliche ohne Wissen der Erwachsenen heimlich chatten und sich im Falle der sexuellen Ausbeutung ihren Eltern und anderen erwachsenen Vertrauenspersonen noch weniger als ohnehin anvertrauen.
Information ist wirksamer Schutz
Mädchen und Jungen brauchen sachliche Informationen und gesundes Misstrauen, damit sie die Gefahren im Chat früh erkennen und den Tricks von Tätern und Täterinnen nicht auf den Leim gehen. Sie brauchen Mütter und Väter, die ausreichend informiert sind, mit ihnen gemeinsam die Welt des Chats entdecken und erproben, wie Mädchen und Jungen sich gegen sexuelle Übergriffe im Chat wehren können.
„KlickX!“
Mit einem einfachen Klicken auf das x am rechten oberen Bildrand der Internetseite lässt sich ein sexuell übergriffiger Chat-Partner sofort wegklicken, die Bilder im Kopf jedoch nicht. Neben dieser einfachen Verhaltensregel gilt es daher, auch grundlegende Strategien zum Schutz Ihrer Kinder beim Chatten zu vermitteln. Mit dem Ziel, über die Gefahren im Chat sachlich zu informieren und Ihnen und Ihren Kindern praktische Tipps und Anleitung für den Umgang mit dem Medium Internet zu geben, ist im Saarland auf Initiative des Komitees der Gala „Benefice-for-Life“, das für diesen Zweck Spendengelder zur Verfügung gestellt hat, das Präventionsprojekt „KlickX! Gegen sexuellen Missbrauch in den Chaträumen des Internets“ entstanden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der bundesweit agierenden Stiftung „Hänsel + Gretel“ und dem saarländischen Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport umgesetzt.
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